Interview mit Andrea Diethers zum Lauf zwischen den Meeren 2014

Diesen Post teilen:
Pin ThisShare on Google PlusEmail This



Höhentrainingscamp in Arizona zur Vorbereitung auf den Lauf zwischen den Meeren 


Nur noch vier Wochen trennen uns vom größten Mannschaftssport-Event im Norden Deutschlands: Am 24. Mai fällt in Husum der Startschuss für den „Lauf zwischen den Meeren“. Insgesamt 700 Staffelteams durchqueren Schleswig-Holstein von der Nord- zur Ostsee mit Zieleinlauf in Damp. Die Teams befinden sich in der finalen Trainingsphase.

Wir sprachen mit unserem Lauf zwischen den Meeren-Gesicht 2014, Andrea Diethers. Sie erzählte uns, wie sie sich auf den Lauf vorbereitet, wie ihr Training aussieht und wie sie sich und andere motiviert.

Andrea Diethers (29) stammt gebürtig aus Soest und ist seit 2012 Wahl-Hamburgerin. Aufgrund ihres Studiums kam sie in die schöne Hansestadt, in der sie als jetzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist und neben ihrer Lauf-Leidenschaft einer Promotion im Bereich Biochemie nachgeht.



Andrea, seit wann läufst du aktiv?
Andrea Diethers: Ich bin schon immer gerne und viel gelaufen. Nach meinem Umzug nach Hamburg konnte ich allerdings nicht mehr mit meiner bisherigen Trainingsgruppe des SC Rönnau 74 trainieren. Ich suchte Hamburg nach einem leistungsorientierten Laufteam. Dann hörte ich, dass Beate Conrad (ehemalige Profiathletin und langjährige DLV-Disziplintrainerin; seit Dezember 2012 Landestrainerin Lauf beim Hamburger Leichtathletik-Verband e.V., Anm. d. Red.) als neue Landestrainerin Lauf nach Hamburg gekommen war. Nach dem ersten Treffen mit ihr und den anderen Läuferinnen wusste ich sofort, dass es perfekt passt und habe zum LT Haspa Marathon Hamburg gewechselt. Seit etwa einem Jahr trainiere ich nun bei Beate Conrad. Ihre Betreuung ist individuell und meine Ziele klar definiert. Beate kann sich aufgrund ihrer Erfahrung als Profiathletin und DLV-Trainerin perfekt in ihre Athleten hinein versetzen. Ich bin sehr glücklich mit meinem Training.





Wenn man unter Beate Conrad trainiert, geht das sicherlich über den Freizeitsport hinaus. Wie oft trainierst du in der Woche?
Diethers: In einer normalen Woche trainiere ich sechs bis sieben Mal für jeweils anderthalb bis zwei Stunden. Mindestens einmal im Jahr versuche ich ins Trainingslager zu fahren, in dem ich dann deutlich mehr Einheiten absolviere. Ich genieße es aber jedes Mal, dann so viel Zeit für mein Training zu haben.

Wie sieht eine Trainingseinheit außerhalb des Trainingscamps bei dir aus?
Diethers: Eine ganz typische Einheit für mich ist beispielsweise die Planetariumsrunde im Hamburger Stadtpark. Diese ist knapp über 1000 Meter lang und ich laufe die Runde acht bis zehn Mal in hohem Tempo mit jeweils zwei Minuten Trabpause zwischen den Runden. Am nächsten Tag mache ich dann zum Ausgleich einen lockeren 15 Kilometer-Dauerlauf um die Hamburger Außenalster.

Hast du einen Trainingsplan oder läufst du einfach los?
Diethers: Ich trainiere sehr gerne nach einem Plan. So weiß ich immer, wann welche Einheit ansteht und kann meine Woche besser planen. Für die schnellen Einheiten verabrede ich mich meistens mit meiner Trainerin und meinen Teamkolleginnen.

Du bist außerdem Frontrunner bei ASICS. Wie lange bist du schon dabei?
Diethers: Seit etwa einem Jahr bin ich ASICS Frontrunnerin und durch einen glücklichen Zufall dazu gekommen. Alle im Team sind wirklich Läufer mit Herzblut und Leidenschaft. Das macht es für mich so besonders schön. Jedes Jahr gibt es übrigens eine Bewerbungsphase für das ASICS Frontrunnerteam, bei der sich jeder bewerben kann.

(Profil und Fakten zu Andrea und Team: http://asicsfrontrunner.runnersworld.de/drupal/, Anm. d. Red.)


Was würdest du persönlich als deinen bisher größten Lauferfolg bezeichnen?

Diethers: Es war für mich ein besonderes Glücksgefühl, als ich zum ersten Mal eine 35er-Zeit bei dem 10km-Straßenlauf in Elmshorn gelaufen bin. An die Freude im Ziel kann ich mich noch sehr gut erinnern. Insgesamt war 2013 ein wunderbares Laufjahr für mich: Ich bin bei jedem 10km-Event Bestzeit gelaufen. So auch bei meinem finalen 10km-Lauf 2013, den ASICS Grand10 in Berlin.

In diesem Jahr war die Hallen-Deutsche Meisterschaft in Leipzig ein schönes Lauferlebnis für mich. Es ist toll, in einem ausverkauften Stadion zu starten. Ich bin beim 3000 Meter-Lauf mit 9:26 Minuten Fünfte geworden. Und nun freue ich mich sehr auf die kommenden Laufevents in 2014.

Herzlichen Glückwunsch, tolle Leistung! Wenn man aber so viel trainiert und an Sportveranstaltungen teilnimmt wie du, bleibt sicherlich die eine oder andere Verletzung nicht aus. Wie gehst du damit um?

Diethers: Ich bin zum Glück nicht verletzungsanfällig und hatte noch keine wirklich ernsthafte Verletzung. Wenn ich nicht laufen kann, werde ich schon schnell ungeduldig. Ich würde die Verletzung aber mit Alternativeinheiten wie Aquajogging und Fahrradfahren auskurieren.

Wenn man dich so sieht und dir zuhört, glaubt man zwar nicht, dass du ihn kennst, aber: Hast du einen inneren Schweinehund?

Diethers: Der innere Schweinehund lässt sich bei mir zum Glück selten blicken. Laufen ist einfach meine große Leidenschaft. Aber falls sich der kleine Kerl doch einmal bei mir meldet, dann ziehe ich erst recht einfach Schuhe an und raus in die Natur. Wenn man erstmal die ersten Laufschritte gemacht hat, läuft es meist wie von selbst. Und nach einem Lauf fühlt man sich immer besser!



Manchmal hat man beim Lauf ja dennoch einen kleinen Durchhänger. Wie motivierst du dich beim Lauf?
Diethers: Das ist ganz unterschiedlich und kommt auf die Einheit drauf an. Wenn die Sonne strahlt, kann ich es kaum erwarten, endlich meine Laufschuhe zu schnüren und um die Außenalster zu flitzen. Wenn es um eine anstrengende Intervall-Einheit geht, schaue ich von Einheit zu Einheit und denke nicht schon beim ersten Run daran, wie viele Durchgänge noch folgen werden. Gerade bei den intensiveren Einheiten finde ich es auch motivierend, wenn man sie im Team läuft.


Kaum kommt die Sonne raus und die Temperaturen klettern nach oben, bekommt man den Eindruck, die ganze Welt würde laufen. Tatsächlich lassen sich auch viele vom Laufen anstecken, brechen aber nach wenigen Laufeinheiten wieder ab. Wie würdest du diese Läufer motivieren dranzubleiben?
Diethers: Erst einmal langsam anfangen und nur so viele Läufe in der Woche einplanen, dass man diese auch wirklich schaffen kann – sowohl zeitlich, als auch abhängig von der jeweiligen Kondition. Ein anfängliches Intervalltraining mit kurzen Lauf- und Geheinheiten im Wechsel motiviert ungemein. Wenn man dann noch regelmäßig trainiert, merkt man schnell, wie man fitter wird, die Lauf-Intervalle immer länger und die Geheinheiten immer kürzer werden. Am besten sucht man sich auch eine Lauftruppe, wie z.B. der Garmin For Runners-Club. Hier wird man von erfahrenen Trainern professionell betreut und in der Gruppe bringt das Laufen noch mehr Spaß. (http://www.garmin.com/de/laufclub). Motivierend ist auch, wenn man auf ein klares Ziel hin trainiert. Es gibt so viele schöne Laufevents – einfach anmelden und mitlaufen, z.B. beim Lauf zwischen den Meeren!

Wenn man so viel Sport treibt wie du, dann achtet man sicherlich auch auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Hast du bestimmte Ernährungsgewohnheiten?
Diethers: Ernährung ist für mich ein sehr spannendes Thema und ich beschäftige mich viel damit. Mir ist eine gesunde, frische und abwechslungsreiche Ernährung sehr wichtig. Seit Oktober 2012 ernähre ich mich vegan und fühle mich pudelwohl dabei. Zum Frühstück liebe ich zum Beispiel Müsli mit Amaranth, Nüssen, Sonnenblumenkernen und Haferflocken. Darein schneide ich mir immer ein wenig Obst und esse es dann mit Sojamilch. Ansonsten esse ich viel Gemüse, Getreide wie Dinkel, Kamut und Hafer sowie getreideähnliche Nahrungsmittel wie Quinoa und Amaranth. Außerdem mag ich gern Salat, Obst und Nüsse, angerichtet mit unterschiedlichen Gewürzen und Ölen wie Olivenöl, Walnussöl, Rapsöl oder Leinöl. Außerdem versuche ich – so weit es geht –regionale und saisonale Produkte zu verwenden.

Es sind nur noch knapp vier Wochen bis zum Lauf zwischen den Meeren. Wie bereitest du dich darauf vor?
Diethers: Ich bereite mich auf die 10km-Distanz vor und möchte dieses Jahr meine Zeit weiter verbessern. Ich war gerade zum ersten Mal im Höhentrainingslager in Flagstaff, Arizona – eine wunderbare Erfahrung! Den Lauf zwischen den Meeren laufe ich aus diesem Training heraus. Ich freue mich auf einen schönen Tag mit meinem Staffel-Team!

Wer sind deine Staffelkollegen? Sind das alles solche Lauf-Fans wie du?
Diethers: Mein Team ist eine bunte Mischung aus Freunden und Bekannten. Wir wollen bei dem Lauf zwischen den Meeren unseren Spaß haben, haben uns Ferienwohnungen gemietet und sind das ganze Wochenende vor Ort. Wir sind schon im letzten Jahr gestartet und möchten dieses Jahr ein paar Minütchen schneller sein, gemeinsam im Ziel einlaufen und danach in Damp am Strand feiern.

Was macht den Lauf zwischen den Meeren für dich so besonders?
Diethers: Der Lauf zwischen den Meeren 2013 ist einer der Läufe, an den ich mich besonders gerne zurück erinnere. Ich hatte im Vorfeld schon viel Positives von dem Event gehört und viele Teams stehen jedes Jahr wieder an der Startlinie. Bei dem Lauf fiebert man entweder seinem eigenen Start entgegen oder feuert seine Kollegen an. Außerdem ist man bei jedem Wechselpunkt gespannt, ob alles klappt und der nächste Läufer schon bereit steht. Bei neun Wechselpunkten und einer fast 100km langen Route müssen Timing und Logistik schon stimmen. Und bei 700 startenden Staffelteams ist es manchmal gar nicht so einfach, seinen Teampartner zu finden. Diese kleinen Herausforderungen machen das Rennen so spannend! Als Zuschauer ist es genial, die anderen Teams zu beobachten. – Einige haben sehr kreative Teamoutfits. Zudem ist die Routenführung landschaftlich unheimlich schön und führt an verschiedenen Denkmälern vorbei. Ich weiß noch ganz genau, wie ich an diesen strahlend schönen Rapsfeldern entlang gelaufen bin und mich Leute an der Strecke angefeuert haben. Ein besonderes Highlight ist definitiv auch der Zieleinlauf am Strand von Damp. Dort kommen alle Teams zusammen, die Stimmung ist laut und großartig. Und wer möchte, hüpft zum Schluss in die Ostsee. Danach gibt es noch die geniale Läuferparty im riesigen Strandzelt. Ich bin so froh, auch 2014 wieder dabei zu sein!


Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...