Mysteriöses Verschwinden der Damper-Auszubildenden

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Zweimal im Jahr passiert es. Die Auszubildenden der kaufmännischen Ausbildung für Tourismus und Freizeit verschwinden für ganze sechs Wochen spurlos. Der Grund: Berufsschulunterricht in Bad Malente-Gremsmühlen. Ein gemütlicher Kurort inmitten der schönen Holsteinischen Schweiz.

In meinem heutigen Blogeintrag beschreibe ich einen typischen Schultag der Damper-Azubis und das Leben im angrenzenden Internat.
Der Tag startet morgens zwischen 6:30 Uhr und 07:00 Uhr in einem Zweibettzimmer. Nach einem kurzen Austausch über das Befinden mit meiner Mitbewohnerin Celina (Tourismusagentur Flensburger Förde) geht es in den Speiseraum zum Frühstück. Im Speiseraum trifft sich fast die gesamte Schülerschaft zu den Mahlzeiten dreimal täglich: Die „Molkis“, „Labos“, „Buchis“, „Reisis“, „Immos“ und schließlich wir „Touris“*. 

 Januarstimmung am schönen Kellersee

Nach einem reichhaltigen Frühstück begeben wir uns in das Nachbargebäude und in den Klassenraum. Unterrichtsbeginn ist stets um 07:45 Uhr. Zum Wachwerden ist es immer sinnvoll, direkt mit Aufgaben zu starten, die einen fordern. Als Beispiel kann man in „WTF“ (dem Wirtschaftsfach) mit verschiedenen Investitionen und Finanzierungsarten schon viel am frühen Morgen lernen. Die Lehrer lassen uns oft in Gruppen arbeiten. So mischt sich die ganze Klasse und welche News es auf Sylt gibt, erfahren wir in der Pause als Erstes. Durch die Gruppenarbeit lernt man sich kennen und in der Pause werden dann freundschaftlich News und Infos aus ganz Schleswig-Holstein ausgetauscht.

Die Stunden sind stets 90 Minuten lang und mein persönliches Lieblingsfach ist Englisch. Hier lernen wir am Telefon, schriftlich oder direkt mit den Gästen zu kommunizieren und auch viel Fachvokabular des täglichen Business-Englisch. Celina und ich mögen es besonders, dass man während der Stunde ausschließlich Englisch sprechen kann. Fast wie auf der Arbeit, denn vor allem wenn ich an der Rezeption stehe, ist Englisch mit dänischen Gästen immer von Vorteil. 


 Gemeinsame Spaziergänge machen den Kopf frei

Täglich um 12:45 Uhr ist Mittagspause. Das Mittagessen ist sehr abwechslungsreich. Von Nudeln mit Hacksauce über Schnitzel mit Kartoffelpüree bis hin zum Backfisch mit selbstgemachter Remouladensauce. Während der Pause unterhält man sich über den Unterricht oder ob man abends noch zum Sport gehen möchte. Am Nachmittag ist oft das andere wichtige Fach an der Reihe. “PTF“- hier geht es um die Produkte der Tourismus-und Freizeitbranche. Bisher war es immer sehr von Geografie geprägt. Fragt mich etwas über Schleswig-Holstein, Ostfriesland, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Dresden, die Städte am Rhein, den Harz, den Schwarzwald, den Bodensee oder Bayern - ich weiß es. Neben den schon genannten Fächern gibt es auch noch Wirtschaft, Politik und EDV. Hier kann man vieles, was man aus der eigenen Schulzeit noch weiß, anwenden.

Bei schönem Wetter machen wir gern einen Spaziergang durch den nahegelegenen Kurpark. Hier lässt es sich super entspannen und frische Kurort-Luft tanken. Ähnlich wie auf einer Klassenfahrt findet in Malente das Abendessen schon um 16:45 Uhr statt. In der ersten Schulwoche ist man um diese Zeit noch überhaupt nicht hungrig. Etwa in der zweiten Woche ist man jedoch schon komplett drin in diesem Trott. Tatsächlich erwische ich mich dann auch am Wochenende beim Abendessen gegen 17:00 Uhr. 


 Wunderschönes Malente

Nach dem frühen Essen lernen wir meist noch oder erledigen Hausaufgaben. Vor allem in der Klausurenwoche, in der es auch mal zwei Arbeiten pro Tag geben kann, ist das Lernen anstrengend. Freunde, die sich dann mit in die Lerngruppe setzen, sind wahres Gold wert. Zweimal die Woche nehmen wir abends freiwillig am Sportangebot der Schule teil. Auf unseren Wunsch hin wird entweder Hockey gespielt oder sich mit Aerobic fit gehalten.

So vergehen die sechs Wochen wie im Flug und ehe man sich versieht, ist man schon wieder zurück im praktischen Teil der Ausbildung: In Damp.

Dort sehen wir uns in 6 Wochen!

Kristin Stüber



*Vielleicht können sich einige schon denken, wofür diese Abkürzungen stehen: Molkis, sind Milchtechnologen, Labos, ist kurz für milchwirtschaftliche Laboranten, Buchis werden die Buchhändler genannt, Reisis sind die Tourismuskaufleute (früher Reiseverkehrskaufleute) und Immos werden die angehenden Immobilienmakler hier gerufen.

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